Geschichte von Usbekistan

Usbekistan befindet sich im Herzen Zentralasiens. Laut Archäologen ist das Land eines der ältesten Lebensräume des Menschen. In den letzten 50 Jahren wurden neben zahlreichen Arbeitswerkzeugen Knochenreste des urzeitlichen Menschen entdeckt. Die bekanntesten Fundorte sind Teschiktosch- Höhle und Amankutan. Anfang des 1. Jahrtausends vor unserer Zeit entstanden auf usbekischem Territorium territoriale Stammesvereinigungen und damit später neues Staatsgebilde wie Baktrien, Choresm und Sogd. In der zweiten Hälfte des 1. Jahrtausends vor unserer Zeit wurden Baktrien, Choresm und Sogd von den Achämeniden erobert und dem mächtigen Achämenidenreich als östliche Satrapien angeschlossen. Nach der Bechistuner Schrift und der „Geschichte“ des Herodot hatte die Satrapie Baktrien einen besonderen Platz innerhalb des Reiches, denn ein Angehöriger der herrschenden Dynastie wurde zum Satrapen ernannt. In den 329-327 v.Chr wurde diese Region von Alexander dem Großen erobert. Später begründeten auf den Trümmern des mazedonischen Reiches die Seleukiden ihr Reich und in späterer Zeit wurde die Region ein Teil von Gräkobaktrischen und Kushan Reiches. Die fruchtbaren Böden, gute Bewässerungsmöglichkeiten und das warme Klima förderte die Entwicklung der Landwirtschaft. Die angrenzenden nicht bewässerten Teile von landwirtschaftlich genutzten Flächen sowie Steppen dienten als Weiden für die Viehzucht. Handelsbeziehungen wurden nicht nur zu den angrenzenden Gebieten, sondern auch zu anderen Staaten gepflegt. Eben in diese Zeit datieren die ersten Karawanen-Straßen. Das 1. Jahrtausend vor unserer Zeit markierte die Einbindung der Ackerbaugebiete Usbekistans in weltweite Prozesse. Es ist eine Periode der qualitativen Veränderung der Gesellschaft und eine wichtige Etappe der Bereicherung des wirtschaftlichen und kulturellen Potentials. Der Reichtum der Region und seiner besonderen geographischen Lage zog viele fremde Eindringlinge. In der zweiten Hälfte des 7. Jahrhunderts und Anfang des 8. Jahrhunderts drangen die Araber nach Zentralasien vor. Mit den Eroberungszügen der Araber ersetzte der Islam den Buddhismus als die vorherrschende Religion. Bis zum 10. Jahrhundert gewann der Islam so an Bedeutung, dass diese Region ein wichtiges Zentrum in der muslimischen Welt wurde. Im 13. Jahrhundert drangen die mongolischen Truppen unter Dschingis Khan in das Gebiet ein und verursachten große Zerstörung. Während dieser Zeit wanderten nomadischen Turkvölker aus den nördlichen Steppengebieten nach Südosten weiter. Im späten 14. Jahrhundert ergriff der Stammesfürst Amir Timur (Tamerlan) die Macht. Amir Timur vereinigte die einzelnen Fürstentümer und begründete sein mächtiges Reich, dessen Hauptstadt Samarkand wurde. Im Jahre 1380 begann er seine Eroberungszüge, dabei wurden Persien, der Südkaukasus, Syrien, die Türkei und Nordindien unterworfen. Die nach der langjährigen Mongolenherrschaft geschwächte Wirtschaft konnte sich erholen und gedeihen. In dieser Periode entwickelten sich die Landwirtschaft, der Innen- und Außenhandel rasant. Der Städtebau, die Architektur und verschiedene Gewerbe wiesen eine dynamische Entwicklung auf. Der Lebensstandard der Bevölkerung stieg. Dank seiner politischen Macht und Zielstrebigkeit festigte Amir Timur die staatlichen Institutionen und verbesserte die militärische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Verwaltung des Landes. Samarkand wurde zu einem einzigartigen Zentrum des kulturellen und wissenschaftlichen Fortschritts. Von hier gingen Impulse für Kunst und Architektur, Handwerk, Literatur, Dichtkunst und Musik aus. Der Aufschwung in der Wissenschaft, der Architektur, der Literatur und den Künsten war ein weltweit einmaliges Phänomen. Nach dem Tode Amir Timurs wurde das Reich von seinen Nachfolgern regiert – in Chorasan mit der Hauptstadt Herat herrschte sein Sohn Schachruch, in Mawerannahr mit der Hauptstadt Samarkand Ulugbek, der Sohn Schachruchs. Kleinere Gebiete wurden von weiteren Angehörigen der Timuridendynastie verwaltet. Die Grenzen des Ulugbekschen Mawerannahr entsprachen den Grenzen des heutigen Usbekistan. Ulugbek ging als herausragender Astronom und Gelehrter sowie Mäzen von Wissenschaft und Kunst in die Geschichte ein. Er baute die Sternwarte, die zu jener Zeit in der Welt nicht seinesgleichen hatte. In der mittelalterlichen Mawerannahr lebten und wirkten berühmte Gelehrte, Denker und Dichter. Einer von ihnen war Abu Ali Ibn Sino (Avicenna), der neben Hippokratus als Vater der modernen Medizin gilt. Al-Khorezmi lebte auch in dieser Zeit, Algebra und Algorithmus wurden nach ihm  benannt. Diese Liste kann man weiter erweitern: der Mathematiker, Physiker, Astronom, aufstrebende Historiker, Chronologe und Linguist Abu Raikhon Biruni; Politiker, Dichter und Linguist Alisher Navoi; Philosophen Bahauddin Nakshbandi, Al-Bukhari und Al-Termezi unter vielen anderen. In den frühen 1500er Jahren drangen Nomadenstämme aus der nördlichen Kiptschaksteppe unter Führung von Schaibanikhan nach Mawerannahr vor. Damit fand die Herrschaft der Timuridendynastie ihr endgültiges Ende und die der Schaibaniden wurde begründet. Die mit den Schaibaniden gekommenen Nomadenstämme passten sich nach und nach der Lebensweise der sesshaften Bevölkerung an. Von diesem Zeitpunkt an dominierte Usbeken das politische Leben von zentraler Turkestan. Zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert dominierten in Turkestan drei unabhängige Khanates, zentriert in Buchara, Chiwa und Kokand. Zentralasien zählte Mitte des 19. Jahrhunderts zu den wirtschaftlich bedeutsamen Regionen, so dass das zaristische Russland in seinem Expansionsstreben Richtung Südosten seine Aufmerksamkeit richtete. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts besetzten die russischen Truppen die Khanate und Turkestan wurde zu einem Kolonialgebiet des zaristischen Russlands. Taschkent wurde das Verwaltungszentrum von Turkestan. Mit dem kolonialen Verwaltungssystem ging die Neuordnung von Grund und Boden, der Bewässerung und des Eigentums einher. Der Baumwollanbau begann andere Kulturen zu verdrängen. Das Leben der autochthonen Bevölkerung aber wurde beschwerlicher. Die russische Herrschaft verschärfte den wirtschaftlichen und kulturellen Zerfall der Region. Die Unzufriedenheit mit der russischen Herrschaft zeigte sich in antizaristischen Revolten, die oft von religiösen Persönlichkeiten geführt wurden. Vor diesem Hintergrund entstand die Bewegung der „Dschadiden“ („Erneuerungsbewegung“), eine Gruppe von städtischen intellektuellen Reformer die Antwort auf die Bedürfnisse der Region geben wollte und gesellschaftliche Fortschritte einforderte. 1916 kam es zum nationalen Freiheitsaufstand der Völker Zentralasiens gegen den Zarismus. Nach der Machtergreifung versprachen die neuen bolschewistischen Führer ein Ende des russischen Kolonialismus in Turkestan; jedoch zeigten sie keine Bereitschaft sinnvolle politische Beteiligung der einheimischen Bevölkerung zu ermöglichen. Folglich wurde im November 1917 von einheimischen Führern ein außerordentlicher Kongress in der Stadt Kokand einberufen, wo die Autonomie des südlichen Zentralasiens verkündet wurde. Aber im Februar 1918 schlug die aus Taschkent geschickten bolschewistischen Truppen die junge Kokand Regierung brutal nieder. In den nächsten Jahren kämpfte eine Oppositionsbewegung von Basmatschi Kämpfer gegen die Bolschewiki, wurde aber schließlich besiegt. Inzwischen wurden die traditionellen Herrscher von Buchara und Chiwa gestürzt. So wurde zwischen November 1917 und März 1918 in Turkestan die Sowjetmacht errichtet. 1920 wurden die Volksrepubliken Buchara und Choresm ausgerufen. Im Jahr 1924 wurde Turkestan, Buchara und Choresm in neue nationale Republiken neu eingeteilt, darunter auch Sozialistische Sowjetrepublik Usbekistan (Usbekische SSR) gegründet. Ein Ergebnis undurchdachter Reformen der Sowjetzeit war die Zwangskollektivierung. Die Kollektivierung fügte der Landwirtschaft gewaltige Schäden zu. Der Viehbestand, die Getreide und Lebensmittelproduktion gingen zurück. Während des ersten und zweiten Fünfjahresplans wurden massiven Kampagnen eröffnet, um den Islam zu bekämpfen, Frauen und Alphabetisierung zu erhöhen. Die Alphabetisierungskampagne fiel zeitlich mit dem Übergang der usbekischen Sprache aus dem Arabischen zu dem lateinischen Alphabet zusammen. Ende der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts fielen Tausende Angehörige der usbekischen Intelligenz den Stalinschen Säuberungen zum Opfer. Ab Mitte der 1930er Jahre begann auch in der Kultur- und Sprachenpolitik die Russifizierung. Traditionelle Kunstformen, Kleidung und Sitten wurden entmutigt, und viele usbekische Worte Arabisch, Persisch und türkischen Ursprungs wurden durch russische ersetzt. Im Jahr 1940 wurde anstatt des lateinischen Alphabets, Kyrillisch eingeführt. Ein besonderes Kapitel in der Geschichte des usbekischen Volkes und der UdSSR insgesamt ist der Zweite Weltkrieg. Der Krieg erhöhte Industrialisierung in der Republik. Das war die Zeit, als es auch einen großen Zustrom von Flüchtlingen aus dem europäischen Teil der Sowjetunion gab. Die Herausbildung einer neuen, an den nationalen Interessen ausgerichteten Politik begann mit dem Amtsantritt Islam Karimovs, der auf der ersten Sitzung des Obersten Sowjets der Usbekischen SSR der zwölften Legislaturperiode (im März 1990) zum Präsidenten gewählt wurde. Am 31. August 1991 wurde das unantastbare Recht des usbekischen Volkes auf Selbstbestimmung verwirklicht. Auf einer außerordentlichen Tagung des Obersten Sowjets der Usbekischen SSR rief Präsident Islam Karimov die Unabhängigkeit der Republik aus. Dies war ein markantes Ereignis in der Geschichte des usbekischen Volkes. Usbekistan setzte seine Staatlichkeit auf friedlichem und parlamentarischem Wege durch. Der Wille des Volkes ist im Verfassungsgesetz „Über die Grundlagen der staatlichen Unabhängigkeit der Republik Usbekistan“ festgeschrieben und wurde durch ein Referendum bestätigt. Nach Erlangung der Unabhängigkeit begann eine Ära der freien Entwicklung in der Geschichte des usbekischen Volkes. Von September 1991 bis Juli 1993 wurde die Republik Usbekistan offiziell von 160 Staaten anerkannt. Am 2. März 1992 wurde Usbekistan in die Vereinten Nationen aufgenommen. Heute ist Usbekistan Mitglied in vielen wichtigen internationalen, regionalen, politischen und wirtschaftlichen Organisationen..

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